Bosch Solar: Produktion in Erfurt eingestellt

Im Jahr 2008 gelang Bosch mit der Übernahme des thüringischen Unternehmens ErSol in Erfurt der Einstieg in die Solarbranche. Inzwischen wurde die Solarsparte über die Bosch Solar Energy AG, die mittlerweile insgesamt 3.500 Mitarbeiter beschäftigt, an mehreren Standorten konsequent ausgebaut. Jetzt kündigt Bosch Solar mit Hauptsitz in Arnstadt an, die Produktion von Silizium-Dünnschichtzellen in Erfurt zum Jahresende auslaufen zu lassen und dieses Werk zu schließen. Gegenüber „MDR Thüringen“ äußerte sich Unternehmenssprecherin Heide Traemann sehr skeptisch zu den Zukunftsaussichten der Technik.

Die in Erfurt erfolgende Herstellung von Dünnschichtmodulen ist weniger aufwändig als bei kristallinen Solarzellen, konstruktionsbedingt wird im Vergleich aber auch nur ein geringerer Wirkungsgrad bei der Energiegewinnung erzielt. Viele Bauherren entscheiden sich gerade im Hinblick auf die niedrigeren Investitionskosten bei der Errichtung einer Solaranlage für das neue Haus zugunsten dieser Variante. Die Dünnschichttechnologie ist aus wirtschaftlichen Gründen bei der Errichtung von Solarparks besonders geeignet, weil dort größere Modulflächen Verwendung finden.

Das Ende für den Standort Erfurt wird im Wesentlichen von zwei Faktoren bedingt. Einerseits hat China in den vergangenen Jahren hohe Produktionskapazitäten für Dünnschichtmodule aufgebaut, die nun trotz großer Binnennachfrage mit einem enormen Preisdruck am Weltmarkt wirken. Auf der anderen Seite hat der Staat die Investitionsanreize zur Förderung von Solaranlagen inzwischen stark heruntergefahren. Bei Bosch Solar in Brandenburg an der Havel sollen weiterhin spezielle Dünnfilmmodule produziert werden. Der Standort Arnstadt, wo knapp 2.500 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist auf die Fertigung von kristallinen Solarzellen ausgerichtet.

Die in Thüringen betroffenen 130 Mitarbeiter erhalten jetzt Angebote für einen Arbeitsplatzwechsel im Konzern. Allein bei Bosch Solar Energy sollen außerhalb des Erfurter Standorts im weiteren Verlauf des Jahres noch 300 befristete Arbeitsverträge auslaufen. Daneben werden die Mitarbeiter von der Agentur für Arbeit bei der Neuorientierung unterstützt.

Quelle: MDR

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