Hausausbau – aufstocken statt anbauen

Was tun, wenn im Haus mehr Platz benötigt wird? Sei es, weil die Kinder ihr eigenes Reich möchten oder ein Arbeitsbereich notwendig wird. Vielleicht soll auch nur ein Partyraum Platz für Feiern bieten. Dabei hat nicht jeder die entsprechende Grundstücksgröße, um anzubauen. Da bleibt meist nur eins: hoch hinaus statt in die Breite. Ein Dachausbau schafft Wohnraum bei überschaubaren Kosten. Vor allem dann, wenn bereits ein Dachboden vorhanden ist.

Planung des Dachausbaus


Bevor es mit dem Dachausbau losgeht, wird die Nutzung festgelegt. Soll der Dachboden ein reiner Schlafbereich oder permanent bewohnt sein? Ist ein täglich oder sporadisch genutzter Arbeitsbereich erforderlich? Am besten bezieht der Eigentümer so früh wie möglich einen Architekten in die Planung ein. Gemeinsam können die Kosten realistisch kalkuliert werden. Unter Umständen ist eine Baugenehmigung zu beantragen, wenn nämlich der bauliche Charakter verändert wird. Beim Einbau von Dachfenstern ist keine Genehmigung erforderlich, wohl aber beim Einbau einer Dachgaube. Soll der Dachboden bewohnbar werden, ist immer eine umfangreiche Wärmedämmung einzuplanen. Zudem müssen elektrische Leitungen verlegt und eine Heizung vorgesehen werden. Nicht zu unterschätzen sind der Bodenbelag, am besten inklusive Trittschalldämmung und die Beleuchtung. Ein Dachgeschoss lässt sich ausgesprochen gemütlich einrichten, beispielsweise mit offenen Holzbalken. Dabei kommen LED Deckenleuchten besonders gut zur Geltung. Sie lassen sich gut im Balken integrieren. Ob sie in einem warmweißen Licht oder grell erstrahlen, liegt am persönlichen Geschmack.

Die richtige Dämmung für den Dachausbau


Bei der Dachdämmung stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Wir das Dach neu eingedeckt, bietet sich die Aufsparren-Dämmung an. Sie ist allerdings teurer als die Untersparren-Dämmung. Alternativ kommt bei einem Altbau auch die Einblasdämmung mit Mineralwollegranulat in Frage. In der Regel verwendet der Fachmann als Dämmstoff gerne organische Baustoffe (Steinwolle, Holzfaser, Styropor) oder geschäumte Kunststoffe. Entscheidend für die Dämmeffizienz sind Materialstärke und Lebensdauer. Dünne, reflektierende Mehrschichten-Isolierungen haben keinen nennenswerten Dämmwert. Zur Ausführung der Dachdämmung empfiehlt sich ein Fachmann, da es auch darum geht, Schimmelbildung zu vermeiden.

Dachgauben und Dachfenster


Dachfenster und Dachgaube bringen Licht, Lüftung, Wohnkomfort und Ästhetik. Welche Fensterart, Verglasung und Materialien der Eigentümer bevorzugt, ist Geschmackssache.
Optimal für den nachträglichen Einbau sind Dachflächenfenster. Sie sind der Witterung ausgesetzt und benötigen daher eine hohe Tragfähigkeit. Gauben beeinflussen die Tragstruktur, die unter Umständen zu verstärken ist. Die Gaube gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, wie Giebel, Schleppdach-, Segmentbogen oder Dreiecksgaube. Wichtig bei Dachfenstern ist die Innenverkleidung. Sie schützt vor Feuchtigkeit und sorgt für die entsprechende Dämmung. Professionelle Handwerker achten auf die Übergänge vom Fenster zum Dach. Sie müssen nahtlos sein, um eine ungewollte Wärmebrücke zwischen Fassade und Innenraum zu verhindern.

Kosten und Fördermittel


Die Kosten für einen Dachausbau hängen entscheidend davon ab, wie umfangreich er ist. Gibt es bereits Fensteröffnungen, muss das Fenster eventuell nur ausgetauscht werden. Ist das Dach zu öffnen, sind ab 2.000 Euro aufwärts für Einbau und Fenster zu veranschlagen. Für eine Dachgaube werden etwa 10.000 Euro fällig. Die Dachdämmung schlägt je nach Material und Montageaufwand mit 500 Euro bis 8.000 Euro zu Buche. Für den Dachausbau in Verbindung mit Steigerung der Energieeffizienz können KfW-Fördermittel beantragt werden. Um diese möglichst umfassend auszuschöpfen, hilft ein Energieberater. Er unterstützt bei der Planung des Dachausbaus und beantragt die Fördermittel. Zudem berät er, welche Maßnahmen tatsächlich sinnvoll sind.

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